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Vom Radrennfahrer Coppi und
vom Maler Pellizza

Man kann ja nicht nur ständig essen, trinken und schlafen. Hie und da braucht es auch wieder etwas Bewegung. Auf den Colli Tortonesi hat das Fahrrad eine grosse Tradition, wurde doch hier 1919 Fausto Coppi, einer der berühmtesten Velorennfahrer aller Zeiten, geboren. «Il campionissimo», wie er genannt wurde, gewann mehrmals den Giro d'Italia und die Tour de France. Im nahe gelegenen Castellania, Coppis Geburtsort, wird in einem  Mausoleum und einem Museum an diesen grossen Athleten erinnert.

 

Die Strassen auf den Colli Tortonesi sind vielleicht nicht immer in bestem Zustand, dafür aber sind sie verkehrsarm. Eines darf man allerdings nicht vergessen: In diesem Hügelgebiet geht es immer auf und ab, was ganz schön anstrengend sein kann. Dies gilt übrigens auch für alle, die wandernd unterwegs sind. Zudem sind wenige Wege markiert, und wenn es während längerer Zeit regnet, werden diese abseits der Durchgangsstrassen schnell einmal unpassierbar. Es gibt  aber auch zu Fuss manches zu entdecken und zu erleben! Seit kurzem stehtgeeignetes Kartenmaterial zur Verfügung: «Le Vie del Sale», herausgegeben im Massstab 1:25'000 vom Studio Cartografico Italiano in Genua, wobei das Blatt F8 «Il Tortonese e le Valli Scrivia, Curone e Ossona» für uns von besonderem Interesse ist. 

In Montemarzino gibt es ein prächtig gelegenes Schwimmbad, das von Juni bis Mitte September geöffnet ist. Und neuerdings lädt auch ein grosser Golfplatz in Momperone, einer der grössten Europas,  zu sportlicher Tätigkeit ein.


Aber auch Kulturinteressierte kommen in den Colli Tortonesi auf ihre Rechnung. Aus dem nahegelegenen Volpedo stammt einer der bedeutendsten italienischen Maler des italienischen Realismus: Giuseppe Pellizza (1868 - 1907). Sein Monumentalgemälde «Il Quarto Stato» gilt als ein Denkmal der Arbeiterbewegung. Im hübsch gelegenen Städtchen Volpedo kann man Pellizzas Spuren folgen, sei es in seinem Atelier, sei es durch die grossen Hinweistafeln oder dann im didaktischen Museum mit einer grossartigen Multivision. Sehenswert ist auch die den Vertretern des Divisionismo gewidmete Pinacoteca nahe beim Domplatz in Tortona. Besonders hübsch sind die beiden Dörfer Garbagna und San Sebastiano Curone, die man unbedingt besuchen sollte. Nicht weit ist es zur Zisterzienserabtei von Rivalta Scrivia oder zum prächtig gelegenen Benediktinerkloster von Sant'Alberto di Butrio.

Montemarzino ist zudem ein idealer Ausgangspunkt für Tagesreisen in drei der schönsten Städte Italiens: Mailand, Turin und Genua sind sowohl mit dem Auto wie mit der Eisenbahn in knapp einer Stunde erreichbar – und auch das Ligurische Meer ist nicht weit entfernt.